Reisen während der Corona-Pandemie

Aktuelle Informationen über das Thema Reisen. Bist du bereit für ein neues Abenteuer?

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Reisen während der Corona - Pandemie

Vorwort:

Schon 2016 hat unser Umfeld sehr unterschiedlich auf unsere geplante Langzeitreise reagiert, aber im Jahre 2021 zu erwähnen, dass wir eine Weltreise planen, hat noch mehr Reaktionen hervorgerufen.

Von: „Seid ihr verrückt, das wird doch sowieso nichts!“ bis hin zu „Ihr macht das genau richtig, worauf wollt ihr warten, wir müssen lernen, mit der Pandemie zu leben“ war alles dabei. Teilweise hat uns auch kein einziges Wort erreicht, sondern nur schallendes Gelächter und ungläubige Blicke.

 

Dieser Artikel soll keine politische Diskussion hervorrufen, wir werden allerdings nicht die Kommentarfunktion ausschalten.

Wir wissen auch, dass Reisen zu solchen Zeiten ein Privileg ist und möchten euch lediglich über unsere Situation informieren. Vielleicht können wir das ein oder andere Fragezeichen zu einer Reise während Corona klären.

Wie erfuhren wir von Corona?

2017 sind wir von unserer Asienreise zurück gekommen und seid dem haben wir nur für ein Ziel gearbeitet: schnellstmöglich eine Summe XY zusammenzuhaben, mit der wir uns wohfühlen und wieder losziehen können. Ende 2019 klingelte mein Wecker, wie gewöhnlich um 5:00 Uhr morgens, ich ging für die tägliche Routine ins Bad und putze meine Zähne, dazu gehörte auch das Einschalten des Radios. An dem Tag hörte ich zum ersten Mal von Corona, ich wusste direkt, das kann nichts Gutes bedeuten. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich eine gute Fantasie habe und Fan von Zombiefilmen bin.

 

Ich habe auch das Buch von Maarten Keulemans – Exit Mundi : Die besten Weltuntergänge gelesen. In diesem Buch werden vermutlich alle möglichen Untergangsszenarien genauestens beschrieben. Also Klartext, ich sehe sowieso überall einen Weltuntergang und wusste bis dato nicht, wie sich die Welt wirklich verändern sollte.

Mit meiner Zahnbürste im Mund bin ich dann zu Marco gerannt, der noch ganz verschlafen, seinen Kaffee am Küchentisch genoss. Ich sabbelte direkt darauf los. Marco bat mich, erstmal die Zähne zu Ende zu putzen und ohne Zahnbürste und viel Schaum, den ich schon über den Kuchentisch spuckte, weiterzusprechen.

Die Welt stand Kopf

Wie sich die Welt anschließend veränderte, wissen wir alle, wir wollen auch nicht näher darauf eingehen.

Kurz gefasst, Marco bangte darum, seinen Job nicht zu verlieren oder in Kurzarbeit zu rutschen. Ich habe im öffentlichen Dienst zwar einen sicheren Job, dieser trug aus meiner Sicht aber (durch die veränderten Rahmenbedingungen) eine höhere Belastung mit sich als sonst.

Weltreise Ja oder Nein?

2020 sprachen wir uns noch gegenseitig Mut zu, bis Mai 2021 wird das alles Geschichte sein und hoffentlich nur noch Smalltalk Gespräch:“Weißt du noch, als man im Einkaufsladen eine Maske tragen musste?!“

Ende 2020 haben wir alle Silvester entgegengefiebert, damit wir uns von diesem schei** Jahr endlich verabschieden konnten, denn dann wird sofort alles besser. Warum nur haben wir das wirklich gedacht?

 

Die Hoffnung stirbt zuletzt? Fakt war, dass ich mein Urlaubsjahr ca. Ende März 2020 schon eingereicht hatte, durch den Fachkräftemangel bekam ich aber das Angebot, mein Jahr noch einmal zu verschieben. Wir diskutierten lange darüber. Sollten wir die Reise um ein Jahr verschieben oder nicht? Wir beide fühlten aber eine starke private und berufliche Belastung auf unserer Seele, damit verbunden war unsere Wohnsituation auch kaum noch auszuhalten. Um es kurz anzureißen, wir hatten Nachbarn, die sich an keine Regeln gehalten haben, Ruhestörung etc.

Zudem war unsere Hausverwaltung mit allen Themen rund um die Vermietung komplett überfordert, schob Corona vor und meldete sich einfach gar nicht mehr. So lebten wir mit einigen Mängeln in der Wohnung und schlugen uns durch die Ruhestörungen der Nachbarn die Nächte um die Ohren. Unser Fernweh schrie immer lauter und übertönte alle anderen Stimmen. Die Entscheidung ist gefallen, wir ziehen das Projekt Langzeitreise 2.0 durch.

Vorbereitungen für unsere Langzeitreise

Als wir Mitte Januar 2021 unsere Wohnung kündigten, war es für unsere Familie und Freunde nicht einfach zu verstehen, so hofften sie bis zur letzten Minute darauf, dass wir zur „Besinnung“ kommen würden.

Beim Kündigungsschreiben unserer Wohnung hatten wir beide ein fettes Grinsen im Gesicht, passend dazu kam mein neuer Bikini an, den ich während des Schreibens trug und immer wieder „Die rote Sonne von Barbados“ sang, welches bei uns schon seit Wochen als Motivations-Hymne lief.

 

Das gute war aber zudem noch, dass wir ein Wohnmobil besitzen und wussten, egal was passiert, wir werden nicht obdachlos sein. Einen Lockdown könnte man auch wunderbar in unserer „weißen Murmel“ verbringen. Wir haben die übliche Liste einer Langzeitreise abgearbeitet, mussten aber feststellen, dass es einige Hürden durch die Rahmenbedingungen gab. Zudem saß uns immer noch die Angst im Nacken, wirklich in einem Lockdown zu kommen und unserer Fernwehstimme einen K.O Schlag verpassen zu müssen.

Mai 2021, der Startschuss

Die Wohnung wurde mehr oder weniger reibungslos übergeben, die Krankenkassen in Deutschland waren informiert, das Lager war mit unseren Autos und den letzten Sachen eingeräumt und so zogen wir erst einmal in unser Wohnmobil.

Wir standen hauptsächlich in Obernkirchen, welches meine alte Heimat war und wo wir noch Familie haben. Von dort aus machten wir mal kleinere Touren in Deutschland und konnten bei meiner Mutter duschen. Diese bekochte uns auch gerne mit leckeren Wunschgerichten unsererseits. Es musste einiges organisiert werden, so kämpften wir mit E.ON die uns unser Guthaben nicht ausbezahlen wollten, welches wir bis heute noch nicht erhalten haben, trotz Zusage.

Zeitgleich erhielten wir beide die Corona-Impfung. Ich war durch meine berufliche Situation zeitlich im Vorteil und so warteten wir auch noch die 14 Tage nach der Impfung von Marco ab, damit er auch zu 100% als geimpft zählt und wir diesen Vorteil ausspielen könnten, so dachten wir zumindest zu diesem Zeitpunkt noch.

Veränderungen auf Reisen, was mussten wir dieses Mal alles beachten?

Das letzte Mal hatten wir 6 Monate vorher unsere Flugtickets nach Bangkok in der Hand und waren voller Vorfreude. Dieses Mal wurde unsere Vorfreude nicht nur von privaten Schicksalsschlägen gedrückt, durch die Rahmenbedingungen von Corona wussten wir bis zur letzten Minute nicht, wohin es uns treiben wird.

Jedes Mal kamen die Frage von unserem Umfeld „Nah, wohin geht es denn jetzt eigentlich und wann geht es los?“ Auf diese Fragen wussten wir selbst keine Antwort und waren mindestens genauso gespannt, wie die fragenden Personen.

Wir haben immer behauptet, dass es uns egal ist, Hauptsache weg. Mit dem Wohnmobil durch Europa oder irgendeine Destination am Meer und wenn es „nur“ Mallorca ist.

In Wahrheit haben wir uns schon seit Monaten auf die Karibik eingeschossen und wollten das Ziel nicht so schnell aufgeben. So hatten wir Angst, dass unser Reisebudget für einen späteren Zeitpunkt nicht mehr ausreichen könnte und somit die Karibik für eine lange Zeit von unserer Liste gestrichen werden müsste.

Also recherchierten wir im Internet nach den Einreisebedingungen für Barbados und Guadeloupe. Vor Corona haben wir eine kurze Notiz vom Auswärtigem Amt gelesen und waren innerhalb von 5 Minuten damit durch.

 

Dieses Mal saßen wir Stunden im Wohnmobil und informierten uns über die Cornoa-Bedigungen und Einreisevorgaben. Folgender Text ist nur ein Beispiel, wir könnten mit ähnlichen Situationen Stunden weiter berichten. So schauten wir auf den Seiten wie Frankreich, weil es ja nach Guadeloupe gehen sollte, um dann festzustellen, dass die Überseegebiete ihre eigenen Regeln machten. Also weiter auf der Seite von Guadeloupe.

Zeitgleich saßen wir an den Laptops und versuchten, die Texte zu verstehen. Es lief oft wie folgt ab: Wir lasen den selben Text, einer jubelte, wir können einreisen, und der andere vergrub die Hände in sein Gesicht und antworte:“Nein, können wir nicht, weil...“ Okay, wer hat jetzt Recht?

Also eine Airline, die dahin fliegt angerufen und nachgefragt. Antwort der Airline: “Wir dürfen ihnen leider keine Auskunft darüber geben, bitte informieren sie sich selbst im Internet!“ Hatten wir dann eine Insel gefunden, welche eindeutig verständlich machte, dass wir einreisen dürften und Touristen willkommen sind, wie z.B. Barbados, so folgte die nächste Klatsche. Es gab kaum Flieger dahin. Selbstverständlich wie immer packte uns die Organisationslust, es war wie früher, dieses Kribbeln im Bauch, auf der Jagd nach dem besten Schnäppchen.

Wir suchten einen Flug von Hannover nach London und dann drei Stunden Aufenthalt dort, bis der Flieger nach Barbados startet. Geil, der Preis ist auch noch super. Eine Stimme meldete sich plötzlich im Hinterkopf. Irgendwann, irgendwo hatte ich doch mal was von einem Transitflug gelesen? Ist das dann ein Transitflug?

 

London war ja zu diesem Zeitpunkt Hochrisikogebiet wegen der Delta - Variante. Ohne Transitflug, müssten wir 10 Tage in London in Quarantäne begeben um dann anschließend weiter reisen zu dürfen, auch wenn wir uns nur am Flughafen aufhalten würden. Wir riefen wieder die zuständige Airline an, diese klärte uns dann über einen Transitflug auf: “Also, so wie früher können sie jetzt nicht mehr planen! Es muss die gleiche Gesellschaft bleiben und sie dürfen sich dann nur in einem Terminal aufhalten, damit es zu keiner Vermischung der Passagiere kommt!“

Pfiffig wie sie war, suchte sie uns gleich einen Transitflug raus, dieser trug aber noch mal drei Wochen Wartezeit mit sich. Wir wollten den Flug nicht direkt buchen, weil es nur einen Gutschein gab, falls aus irgendwelchen Gründen der Flug gestrichen wird. Unser Plan war es, jeden zweiten Tag zu schauen, ob noch Plätze vorhanden sind und dann kurzfristig zu buchen. Als wir am sechsten Tag nach dem Flug schauten, war dieser nicht mehr im Internet aufzufinden. Wir riefen also die Airline an, diese Dame war allerdings nicht ganz so aufgeweckt.

Der Flug von Hannover nach London ist gestrichen, aber der Flug von London geht noch nach Barbados. Das hat uns dann auch nicht mehr weitergebracht.

 

Verzweiflung tauchte auf, erhoffte Vorteil durch unsere Impfungen waren auch nicht in Sicht. Das Argument der eigenen Gesundheit und einen milderen Verlauf bei Ansteckung, jetzt mal außen vorzulassen. Dies war nur ein kurzer Einblick, wir haben unsere Pläne hundertmal über Bord geworfen und neu geschmiedet, und so sollte es unterwegs weitergehen, große Pläne sind nicht drin. Alternativen im Kopf behalten und kurzfristig agieren.

Ist das Reisen gefährlich?

Weltweit ist Reisen wegen der Pandemie weiterhin eingeschränkt und, wie schon erwähnt, mit vielen Auflagen wie Testpflicht und Quarantäne verbunden.

Wir meiden Hotspots und halten uns an alle Rahmenbedingungen. Auf der Arbeit hatten wir die meisten Kontakte zum Virus, ich war sogar schon für 14 Tage in Quarantäne und hatte unzählige Mal Angst, mich anzustecken, so auch bei Marco auf der Arbeit. Uns hat sonntags nie jemand angerufen und gesagt: “Wir machen uns um euch Sorgen, geh bitte nicht zur Arbeit, das Risiko ist zu groß dich anzustecken, bleib zu Hause!“

Privat darf man nichts mehr machen und muss mit Einschränkungen leben.

Aus moralischen Gründen ist es aber beruflich kein Problem, sich einem Ansteckungsrisiko auszusetzen. Die Frage ist nur, wofür lohnt es sich mehr? Es ist eine ernsthafte Krankheit und wir möchten die Situation nicht herunterspielen, die Frage ist nur, worauf will man warten? Diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen.

Wie Plane ich eine sichere Reise? Was muss ich beachten?

Veränderungen auf einem Blick

Auslandskrankenversicherung:

Viele Länder kontrollieren bei Einreise einen Abschluss einer Auslandskrankenversicherung. Am besten trägst du die Information immer auf Englisch bei dir. Sie sollte eine Abdeckungsumme von mindestens 100.000€ und eine Abdeckung im Falle einer Corona-Erkrankung einschließen. Im Fall einer Quarantäne oder im Verdachtsfall, musst du für ein Hotel oder Lebensmittel immer noch selbst aufkommen. Lange konnten wir uns zwischen der Hansemerkur, die uns während der ersten Reise begleitete und der BDAE nicht entscheiden. Wir können aktuell beide empfehlen. Die BDAE hat gewonnen, da sie Heimatbesuche in Deutschland, unter gewissen Voraussetzungen, anbietet. Trotz einer umfangreichen und sehr guten Auslandskrankenversicherung erwarten die Behörden der Insel St. Maartin bei der Einreise (Stand 28.07.21) einen Abschluss einer eigenen Corona Versicherung, die pro Person 26€ kostete), da diese sich nicht mit ausländischen Versicherungen befassen möchte.

 

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Trotz Onlinetermin: Nummer ziehen und Schlange stehen

PCR-Test:

Im Gegensatz zu früher (vor Corona) kannst du jetzt einen Teil deines Reisebudgets für deine Tests zur Seite legen.

Zudem kommt auch ein erheblich größerer Zeitaufwand hinzu.

Du musst googeln, welche Ein- oder Ausreisebestimmungen es gibt. Dann heraussuchen, welche Testzentren in deiner Nähe sind und einen Onlinetermin buchen, du musst an diesem Tag zum Test erscheinen und, teilweise Stunden warten. Es waren bei uns schon 100€ in Deutschland für die Einreise nach Curacao.

Am dritten Tag mussten wir in Curacao zum Test, es reichte ein Schnelltest für 17€ pro Person. Bei der Ausreise von Curacao und der Einreise nach St. Maartin mussten wir einen PCR-Test  für 60€ Pro Person machen.

Einreisebestimmungen:

Du musst dir Zeit nehmen und alle Einreisebestimmungen genau durchlesen. So gibt es auf einigen Inseln Sperrzeiten zu verschiedenen Tageszeiten, dieses musst du bei der An- oder Abreise beachten.

Du musst eine eidesstattliche Versicherung unterschreiben, mit der du deine Symptomfreiheit bestätigst.

Auf St. Maartin haben wir 5 Tage lang jeden Morgen eine E-Mail erhalten und mussten Fieber messen und diese Information dann abschicken.

In manche Länder kannst du nur einreisen, wenn du vorher in einem von ihnen vorgegeben Quarantäne - Hotel warst. Oder du kannst dich erst 14 Tage auf einer bestimmten Insel aufhalten und nach dieser Zeit das weitere Land bereisen, wie z.B. beim Phuket Sand Box- Projekt in Thailand.

Diese Pilotprojekte können aber auch so schnell wieder gekippt werden, wie sie entwickelt worden sind. Flexibilität steht also an erste Stelle.

 

Bedingungen vor Ort:

Diese waren bis jetzt komplett unterschiedlich, von den normalen Rahmenbedingungen wie Abstand halten, Hände desinfizieren oder Maske tragen, wurde bei uns auf St. Maartin zum Beispiel Fieber gemessen.

Ein Fieberthermometer darf in deiner Tasche auf gar keinen Fall fehlen!

 

Wir wollten in ein Casino, eine Wärmekamera hat unbemerkt unsere Temperatur gemessen. Der Security - Mann meinte dann total überzogen zu mir. „Er darf rein, du nicht, deine Temperatur stimmt nicht, das ist ja schrecklich, geht es dir gut?“ Ich hatte die Situation als Spaß aufgefasst und meinte dann nur:“ Ich bin halt ein heißer Typ!

Wir sind gerade bei 39 Grad zwei Kilometer in praller Sonne gelaufen, aber sonst ist alles okay.“

Die Wärmekamera hatte bei mir eine Körpertemperatur von 39,5 Grad gemessen. Ich sollte wieder raus und mich vor die Kamera stellen. Leider mit dem gleichen Ergebnis, langsam fand ich die Situation nicht mehr so lustig.

Der Security - Mann hat dann noch mal mit einem Messgerät direkt meiner Stirn gemessen. Das Ergebnis mit 36,5 Grad fiel zum Glück besser aus und ich durfte endlich zum Geldautomaten.

 

Krankheiten auf Reisen:

Wir sind beide sehr allergische Typen und können oft gewisse Räumlichkeiten (Staub, Schimmel, Klimaanlagen) nicht gut vertragen. Zu Zeiten einer Pandemie haben wir diesbezüglich natürlich kein gutes Gefühl, wenn die Nase läuft, man alle zwei Sekunden niesen muss und die Augen rot unterlaufen tränen.

Wir kennen unseren Körper gut, aber Außenstehende bekommen bei dem Anblick oft direkt Panik. So wurde unsere Gelassenheit bei den Einreisen in den verschiedenen Ländern oft zum Spießrutenlauf.

 

Bei der Einreise akzeptiert man das Recht dazu, dass die Behörden dich im Verdachtsfall herauszuziehen und weitere Untersuchungen durchführen können. Es könnte auch noch ein weiterer PCR - Test durchgeführt werden, das alles natürlich auf eigene Kosten.

 

Flugtickets buchen:

Früher hatten wir einen finanziellen Gewinn, umso früher wir unsere Tickets gebucht haben, umso günstiger war es. Jetzt suchen wir uns ein Ziel raus und behalten täglich die Situation vor Ort im Blick und schauen, ob noch Plätze im Flieger frei sind. Bucht man zu früh, entfallen die Flieger häufig oder es gibt Änderungen der Corona-Bedigungen. Zum Beispiel:  sind „plötzlich“ keine touristischen Reisen mehr erlaubt.

Ein kompletter Lockdown wurde ausgerufen, in den wir uns auf keinen Fall begeben möchten. Oft bekommt man nur Gutscheine von der Airline, wenn ein Flug gestrichen wurde oder es befinden sich andere Bedingungen im Kleingedruckten.

Wir beobachten die Flüge und müssen schmerzlich mit ansehen, wie diese teilweise täglich teurer werden. Buchen: ja oder nein? Es fühlt sich an wie ein Pokerspiel, kein gutes Gefühl.

Des Weiteren benötigst du eine gute Planung und Organisation. In den meisten Fällen soll der PCR Test nicht älter als 72 Stunden sein. Die Auswertungen der Ergebnisse kann aber bis zu 24 Stunden dauern, zudem musst du den Worst Case einplanen: was machst, du wenn ein Test mal nicht ausgewertet werden kann?

 

Während der Flugbuchung gibt es mittlerweile noch einen Rattenschwanz an Informationen, die du ausfüllen musst. Die Regierung (Gesundheitsbehörden) benötigt für die Bearbeitung der online Formulare meist auch noch mal 12 Stunden. In diesen Formularen muss dann allerdings auch schon der negative Corona Test mit hochgeladen werden. Das ganze kann schon mal zeitlich eine knappe Kiste werden. Zumal du vor dem Buchen deiner Tickets erstmal schauen solltest, ob noch in deinem geplanten Rahmen ein Termin für einen PCR Test zur Verfügung steht. Nicht, dass du die Flüge buchst und keine Möglichkeit auf ein Testverfahren mehr hast.

 

Impfungen:

Bis jetzt hatten wir noch keinen Impfvorteil, konnten aber unseren Impfausweis jedes Mal mit hochladen. Du solltest alle wichtigen Papiere digitalisieren und auf deinem Handy, Laptop und in einer Cloud speichern.

Informationen:

Viele Regeln und Informationen ändern sich gefühlt täglich, behalte immer alles im Blick und bleib auf dem Laufenden. Es ist auch nicht immer ganz einfach alle Rahmenbedingungen zu verstehen. Teilweise wussten es die Mitarbeiter bei den Airlines nicht einmal selbst, was die neusten Bestimmungen sind. Schau auf den Seiten der jeweiligen Regierung oder scheue dich nicht die Airlines anzurufen. Diese dürfen dir zwar keine direkten Auskünfte geben, wissen aber oft, auf welchen Seiten du dir noch Hilfe holen kannst.

Versuche immer mit bestem Wissen und Gewissen einen Check in zu durchlaufen und habe alle Informationen, sowie QR-Codes schnell griffbereit, das erleichtert allen die Situation! Nur so kannst du deine Reise und deinen bevorstehenden Flug auch genießen.

Fazit

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Reisen ist momentan mühsamer aber möglich!

Mit einer guten Planung und dennoch Flexibilität ist es möglich, während der Coronazeit zu reisen.

Es ist ein erheblich größerer Zeit und Geldaufwand, aber es lohnt sich aus unserer Sicht. Wir meiden Menschenmengen oder halten Abstand, tragen an öffentlichen Orten immer Maske und desinfizieren unsere Hände.

Oft werden wir von Einheimischen angesprochen, dass es nicht so eng gesehen wird und wir keine Maske tragen brauchen, im Taxi zum Beispiel. Ein Risiko wollen wir dennoch nicht eingehen, wir antworten dann einfach immer: “Sicherheit geht vor, wir haben kein Geld für eine unnötige Quarantäne!“

Bis jetzt hat der Spruch die Leute immer zum Lachen gebracht und die Situation aufgelockert.

Natürlich fluchen oder jammern wir auch mal gerne über diese Situation und schwärmen über die Vergangenheit. Aus jetziger Sicht war es eine gute Entscheidung, denn Corona hat uns das Leben in Deutschland auch schon schwer gemacht.

Unsere Art zu reisen hat sich sowieso verändert. So war es 2016/17 das Ziel, in kurzer Zeit viel zu sehen. Dieses Mal bleiben wir länger an einem Ort und genießen die Zeit viel bewusster, ohne Druck, einen Hotspot nach dem anderen nachzujagen.

Als wir uns vor einigen Tagen an einem kilometerlangen karibischen Sandstrand alleine in die Wellen stürzten, liefen uns die Tränen, wir waren einfach nur dankbar für diesen Moment. Das Reisen ist eine Therapie für uns und ein finanzieller und zeitlicher Aufwand lohnt sich in unseren Augen immer „Collect Moments not Things!" 

 

Wie siehst du das? Würdest du trotz / während Corona reisen?

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Kommentare: 2
  • #1

    Jasmin (Donnerstag, 05 August 2021 07:35)

    Wieder mal ein gelungener und tiefgreifender Beitrag mit detaillreichen Infos und auch mal die emotionalen und psychischen Aspekte beschrieben. Das Wohnmobil als "Notunterkunft" fände ich auch noch interessant, da es sicher eine deutliche Umstellung bedeutet und den Alltag vor Herausforderungen stellt, vor allem wenn man noch berufstätig dazu ist.

    LG :D

  • #2

    Zwei auf Achse (Freitag, 06 August 2021 01:31)

    Jasmin, danke für deine Rückmeldung, das bedeutet uns sehr viel. Die Veränderungen von Wohnung zum Wohnmobil sind allerdings sehr groß und sollte unbedingt noch von uns näher ausgeführt werden.
    Liebe Grüße Nadine und Marco