Lebenstraum erfüllt - und jetzt???

  • "In wie weit hat diese Reise euer Leben und eure Denkweise verändert?"
  • "Seid ihr überhaupt noch in der Lage arbeiten zu gehen und einen festen Alltag in Deutschland zu haben?"
  • "Seid ihr schon angekommen und habt euch eingelebt?"
  • "Und wie fühlt es sich an wieder in Deutschland zu sein?"
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Die Reisterrassen auf Bali
Seid dem wir wieder da sind wurden uns eine menge Fragen gestellt, teilweise mussten/ müssen wir uns selbst erst mal ein Bild über die gesamt Situation machen. 

Viele Langzeitreisende berichten darüber, dass die Weltreise ihr Leben vom Grund auf verändert hätte und sie andere Menschen geworden sind.

Wir sind keine andere Menschen geworden aber haben unterwegs einiges dazu gelernt und andere Sichtweisen und Perspektiven kennengelernt. Wir haben unsere Komfortzone verlassen und hatten viel Zeit zu reflektieren.

Ja die Langzeitreise hat unser Leben verändert!

Durch die Langzeitreise haben wir für uns persönlich feststellen können das sich unser Lebenskonzept und unsere Zukunftsziele verändert haben. Wir hatten Zeit für neue Gedanken, Wünsche und Zukunftziele. Wir haben gemerkt wie stark uns unser Umfeld geprägt hat und auch das unsere Wurzeln in Deutschland sind.

Wir haben gelernt, dass wir weniger zum Leben brauchen als wir gedacht haben. Schon vor der Reise waren wir zwei Jahre im Sparmodus und bis jetzt sind wir unserem Motto: "Weniger ist mehr!" treu geblieben. Dies bezieht sich auf Klamotten, Schmuck, Schuhe, Wohnungsdeko und Co. Vor der Reise habe ich einen Bericht über das Thema Minimalismus geschrieben und welche Schwierigkeiten ein Umdenken mit sich bringen kann.

Die Reise hat uns gezeigt was wir wirklich wollen und in welchen Situationen wir wirklich glücklich und zufrieden sind. Früher wollten wir ein großes Haus mit riesigem Garten. Heute könnten wir uns ein Tiny House und kleinen Garten vorstellen, um das restliche Geld für Reisen zu sparen und zu nutzen.

Wir dachten das unser Fernweh gestillt wird und wir Punkte von unserer Bucketliste streichen können aber es sind immer mehr Reiseziele dazu gekommen. Der Wunsch mit einem Bulli durch Europa zu reisen und / oder die restlichen Kontinente kennen zu lernen wurde immer größer. 

Wir haben gelernt Dinge die wir nicht ändern können zu akzeptieren und den Mut zu haben Dinge die wir ändern können zu ändern. Ok, manchmal haben wir noch Rückfälle und wir können uns tierisch über etwas aufregen und aus der Haut fahren aber einer von uns besinnt den anderen. Wir haben auch gelernt flexibel zu bleiben und individuell auf Situationen einzugehen. Unsere Beziehung wurde gestärkt und wir haben uns gegenseitig bewiesen, dass wir uns blind auf den anderen Verlassen können. Stärken und Schwächen von seinem Partner wahrzunehmen und auszugleichen. Das ist aber noch mal ein Thema für sich, wenn man fast 24h rund um die Uhr zusammen lebt und dann auch noch Grenzsituationen ausgesetzt ist. Wir haben gelernt, dass keiner Perfekt ist und mussten uns Fehler eingestehen. Dies ist ein Prozess und manchmal gar nicht so einfach.

Traum gelebt - Unsere Gedanken

Zwei Jahre vor der Reise haben wir auf unseren großen Traum hingearbeitet, es schien alles so fern und unwirklich. Zehn Monate waren wir unterwegs und haben uns auch hier gegenseitig daran erinnert im hier und jetzt zu Leben. Wir haben es genossen die Freiheit zu haben komplett über unser Leben alleine zu entscheiden. Es war aufregend nicht zu wissen wo wir morgen sind und was wir als nächstes erleben werden, die Weltkarte zu googlen und sich ein neues Reiseziel aus zu suchen.

Momentan leben wir bei meiner Schwester mit Schwager und Neffe. Wir haben unsere Rucksäcke nicht mal richtig ausgepackt und haben uns sofort auf Wohnungssuche begeben. Also der Alltag ist noch lange nicht eingekehrt. Fernweh haben wir trotzdem schon wieder!!!

  • wir vermissen die Freiheit
  • die wunderbare Natur
  • einzigartige Begegnungen mit Menschen aus einer anderen Kultur
  • dieser Wow Effekt (jetzt bin ich endlich an diesem Ort)
  • mit dem Scooter über die Straßen zu sausen sich wild einzufädeln und den warmen Wind und die heiße Sonne auf der Haut zu spüren
  • am meisten vermissen wir jedoch das Meer! Morgens aufzustehen die Vorhänge zur Seite zu schieben und auf das glitzernde Meer zu starren
Wir sind zurück gekommen und haben unseren Traum von der Auszeit gelebt. Was hilft also gegen den Fernwehschmerz? Schokolade und Eis?
Wir haben einfach wieder neue Pläne geschmiedet. Ob wir noch mal so eine Langzeitreise machen können steht in den Sternen. Aber wir blicken positiv in die Zukunft wollen aber auch die Zeit nutzen und Wochenendtrips machen. Schauen uns nach einem Bulli um und behalten die Reiseziele Japan, Australien, Chile, Peru......fest im Auge....eins steht fest...wir werden berichten. 
Ob wir noch in der Lage sind einen nine to five Job auszuführen werden wir ab dem 01.12.2017 sehen denn dann ist unser erster Arbeitstag. Marco kann bei seinem alten Arbeitgeber wieder anfangen und eine Wohnung haben wir wahrscheinlich auch schon gefunden.
Jetzt heißt es aber erst mal Geld sparen und den Ruf des Konsums zu widerstehen. Das Herz fühlt sich jedoch beim durchklicken der Bildergalerie schwer an und Wehmut macht sich breit. Es gibt Momente in denen wir uns (etwas überzogen dargestellt) gegenseitig bemitleiden aber dann denken wir daran, dass es unsere "FirstWorldProblems" sind und verspüren einfach nur Dankbarkeit diesen Schritt gewagt zu haben.   

Langzeitreise Ja oder Nein???!!!

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In Bali am Strand von Tanah Lot

Wir wurden oft gefragt ob wir es bereuen und die Antwort ist natürlich:

"Auf keinen Fall!".

Wir können dir nur dazu raten wenn du noch mit dir haderst. Wir wollen das Reisen als Backpacker gar nicht romantisieren, alltägliche Dinge können zu einer Herausforderung werden und das Reisen anstrengend machen.

Auch von der fehlenden Hygiene oder mangelnder Transparenz unterwegs sind wir manchmal an unsere Grenzen gestoßen. Wir haben unsere Komfortzone verlassen und gelernt, dass wir jedes Problem meistern können.

Verstecke dich nicht hinter Ausreden und Aber`s und habe den Mut etwas zu verändern. Setze dich mit deinen Ängsten auseinander, was wäre z.B. das schlimmste was passieren könnte?

 

Worauf wartest du also noch?  

 

Planst du eine Langzeitreise oder bist sogar wie wir gerade zurück gekommen von einer? Wir freuen uns über deine Sicht der Dinge! 

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Kommentare: 3
  • #1

    Ruthi (Montag, 23 Oktober 2017 23:49)

    Großartig. Ich freue mich für euch. Ihr seid Mensch: Ehrlich, mit Fehlern und gerade weil ihr das erkennt: perfekt. Danke für eure Beiträge und dass ich daran teilhaben durfte. Wenn ihr Fragen zum Bullikauf oder Ausbau habt, dann schreibt/ruft an, ich habe vieeeel zu berichten und in Sachen T3 so viele Erfahrungen gesammelt dieses Jahr. Herzlichste Grüße!!! Ruthi

  • #2

    AlexS (Dienstag, 24 Oktober 2017 11:22)

    Liebe Nadine, lieber Marco!

    Toller Artikel! Wir sind zwar immer 'nur' 4 Wochen unterwegs, aber schon da fällt es mir unheimlich schwer zurückzufinden. Genau, wie du es schon beschrieben hast, man lernt mit wenig glücklich zu sein und offen für Neues durch die Welt zu spazieren. Dementsprechend ist es schwer sich wieder in unsere verbohrten Ellenbogengesellschaft einzugliedern, die so extrem auf Konsum ausgerichtet und jeder nur auf sich selbst bedacht ist.
    Ich hoffe dass eurer Reiseblues nicht zu heftig ausfällt und ihr euch ein neues Leben aufbauen könnt, wo die Werte, die ihr auf der Reise zu schätzen gelernt habt, auch einen Platz finden.

    Liebe Grüße

    Alex

  • #3

    Zwei auf Achse (Montag, 27 November 2017 19:58)

    Ruthi, vielen Dank für deine geniale Rückmeldung :-) und bezüglich Bullikauf werden wir bestimmt noch auf dich zurück kommen.

    Alex, ja das wünschen wir uns auch sehr und auch das die Erlebnisse und Erfahrungen nicht so schnell verblassen werden.